Edit: 17. Januar 2012
Von: Hartmut Plicht

Staatsanwalt in Dachau erschossen – Wie reagiert Hamburgs Justiz?

Wieder einmal – und die Liste reißt leider nicht ab – wurden Mitarbeiter der Justiz nicht nur bedroht, geschlagen oder verletzt, sondern – auch dies ist leider kein Einzelfall – getötet. Bei den Mitarbeitern der Justiz in Hamburg besteht ein großes Mitempfinden für die Hinterbliebenen, da sich hier alle in die Situation hineinversetzen können. Auf irgendeine Art und Weise ist wohl jeder unserer Beschäftigten dienstlich mit Bedrohungen und Gewalt gegen sich selbst oder unmittelbare Kolleginnen und Kollegen konfrontiert worden. Nicht wenige von uns konnten bis heute die lebensgefährliche Messerattacke auf den Amtsrichter a. D. Tempke oder die Tötung des Staatsanwalts Bistry nicht völlig verarbeiten.

Die DJG will keineswegs die zumindest stillen Befürchtungen von Kolleginnen und Kollegen bestärken. Doch leider scheint Gewalt gegen Justizbedienstete kein Einzelfall zu sein. Auch im letzten Monat hat es zahllose Übergriffe gegeben. So wurde beispielsweise einem Karlsruher Richter ein Zahn ausgeschlagen.

Wir alle, die wir unseren Beruf gewählt haben, haben dies getan, weil wir für Menschen, aber eben auch mit Menschen arbeiten wollen. Gerade das Zusammentreffen von Bürgern und Justiz ist für viele außenstehende Bürger ein oftmals einmaliges und oft auch ungewolltes Ereignis, welches bei ihnen starke Emotionen hervorrufen kann. Zu denken ist hier beispielsweise an erstmalige Strafverfahren, ein vor dem Zivilgericht ausgetragener verfestigter Nachbarschaftsstreit oder der familienrechtliche Streit ums Sorgerecht. Dieses Spannungsfeld gilt es aufzuarbeiten. Vordringlich dürfte dabei durchzusetzen sein, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Mitgebrachte Waffen gehören nicht  in Justizgebäude !

Die DJG Hamburg hat sich deshalb mit der Bitte an die Justizsenatorin gewandt, eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen zu lassen und die Ergebnisse bei unserer Beteiligung zu bewerten sowie Lösungen zum Schutz von Leib und Leben aller Verfahrensbeteiligten und auch Zuschauer zu erarbeiten.


Kommentare

  1. Bahls schrieb am 9.11.2012:

    ich bin selber justizbeamter und habe an amtsgerichten hier in hamburg gearbeitet. das problem liegt so wie ich es erfahren habe beim president der amtsgerichte,der herr möchte nicht das die leute besser auf gefahrenssituationen reagieren können mit hilfsmitteln wie z.b. pfefferspray,auch fehlen schuss und stich feste westen,denn so ist meine meinung haben viele gewisse dinge auch im amtsgericht dabei. und die vorgesetzten haben eine rosarote brille auf,es wird schon nichts passieren,denn in allen amtsgerichten ist man der meinung das die justizwachtmeister nicht für dir sicherheit da sind sondern nur für die post und andere dinge.ich könnte jetzt noch stundenlang so weiter schreiben.............

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